Gemeindebrief: Januar, Februar, März 2012

 

Liebe Geschwister, liebe Freunde,

diese Ausgabe des Gemeindebriefs fällt mit dem Beginn des Jahres 2012 zusammen, und ein neues Jahr wird oft mit neuen Hoffnungen verbunden. In diesem Brief sind zwei Artikel zu dem Thema Hoffnung in unserem persönlichen Leben. Wie steht es aber mit uns als Gemeinde? Sind wir als Gemeinde nach den Turbulenzen des vergangenen Jahres zur Hoffnung berechtigt? Manch einer blickt vielleicht mit Wehmut auf Vergangenes zurück, manches bleibt unverständlich, die Zukunft ist unsicher und die Berufung eines neuen Pastors steht noch aus.

Aber Gott sagt im Kolosserbrief, dass Christus, die Hoffnung der Herrlichkeit, in uns lebt - in uns als Gemeinde! Und dieser lebendige Jesus spricht zu uns, ermutigt uns und gibt uns Hoffnung. Als wir neulich im Leitungsteam­gebetskreis für die Gemeinde beteten, sprach er durch eine Zungenbotschaft mit Auslegung zu uns: „Schaut nicht wie gebannt auf eure Sünde, denn ich euer Erbarmer habe sie getragen. Schaut stattdessen auf die Dinge, die ich für euch vorbereitet habe. Ich selber will euch an die Hand nehmen und euch leiten. Vertraut mir.“

Jesus hat Dinge für uns als Gemeinde vorbereitet! Wir sind ihm nicht egal, sondern er leitet uns sogar an seiner Hand zu diesen Dingen! Sollte uns das nicht mit großer Hoffnung erfüllen?

Gemeindeleben ist nicht Vereinsleben, sondern ein Vorangehen nach Gottes Führung und Plänen. Betet mit, dass wir Gottes Wege immer deutlicher erkennen und den Mut haben, auf diesen, manchmal neuen, Wege zu gehen. Wenn jemand eine Vision oder einen Eindruck von Sachen bekommt, die Gott mit uns als Gemeinde tun will, dann soll er das dem Brüderrat mitteilen. Wir wollen gemeinsam vorangehen.

Das Ziel der Gemeindegründer war „Langwasser im Sturm für Jesus zu erobern“, und ich habe den Eindruck, dass Gott dieses Ziel nicht vergessen hat. Lasst uns diese Hoffnung neu ergreifen und erwarten, dass wir Großes mit Gott erleben, und dass Langwasser neu etwas von Gottes Herrlichkeit mitbekommt!

 

►   Eure Margaret Kahlberg

 

Zur Hoffnung berechtigt?

 

Ihr werdet aber von Kriegen und Kriegsgerüchten hören. Seht zu, erschreckt nicht! Denn es muss geschehen ...“  (Mat 24,6)

 Wir Christen sind zur Hoffnung berechtigt – so heißt es oft. Die Bibel sagt uns das und wir sagen es uns auch immer wieder. Doch glauben wir es auch? Glauben wir es angesichts dessen, obwohl unsere Welt irgendwie aus den Fugen zu geraten scheint?

Blicken wir in die Zeitung oder in die Fernsehnachrichten, dann jagt eine beängstigende Meldung die nächste. Hier ein Erdbeben, da ein Tsunami, dort eine verheerende Überschwemmung. Europa ist einig nur in der Verschuldung und der Euro geht von Krise zu Krise: Griechenland pleite, Portugal, Spanien, Irland, Italien kurz davor … und kein Ende absehbar. Ein unheilvoller Domino-Effekt rollt da auf uns zu und kein Finanzierungskonzept und kein Banken-Rettungsschirm will helfen.

In der Weltpolitik außerhalb Europas sieht es auch nicht beruhigender aus. Ein intoleranter fundamentalistischer Islam ist auf dem Vormarsch, der sogenannte ‚Arabische Frühling‘ droht eher zu einem Horror-Szenario für Israel und dem Westen zu werden. Israel und der Iran stehen kurz vor einem Krieg, dessen Folgen unabsehbar wären. Und die USA, der große Weltpolizist, schwächelt und hat mit sich selber mehr als genug zu tun, während China, das die Menschenrechte seiner Bürger mit Füßen tritt, immer mächtiger und martialischer auftritt. In der Völkerwelt gärt es.

Aber nicht nur dort.

Auch unser Klima spielt zunehmend verrückt – zumindest behaupten das nicht wenige Meteorologen und sehr viele Medien. Die Zahl von Tornados, Überschwemmungen und Erdbeben hat deutlich zugenommen. Es ist einfach nicht mehr zu leugnen, dass viele der messbar heftigsten Naturkatastrophen in den letzten zehn Jahren stattfanden. Erdbeben in Haiti, im Iran, in der Türkei, Tsunamis in Indonesien und Japan, 2/3-Überschwemmungen in Pakistan und Thailand … Man kann sich gar nicht alles merken, weil die Katastrophen einander die Türklinke in die Hand zu geben scheinen. Hinzu kommen Ozonlöcher und Eisschmelze an den Polen sowie die Freisetzung von Unmengen von Methan durch das Auftauen der riesigen Permafrostböden in Sibirien und Nordamerika, was den sogenannten Treibhauseffekt zusätzlich stark beschleunigt.

Dass dies viele Menschen in Deutschland trotzdem nicht sonderlich berührt, liegt daran, dass wir sehr schnell vergessen, Unangenehmes auch gerne verdrängt wird, vor allem aber, weil wir hier im Vergleich zu anderen Regionen unseres Planeten immer noch auf einer ‚Insel der Seligen‘ leben.

Wenn man miterlebt, wie sehr der Streit um einen Bahnhof (‚Stuttgart 21‘) die Nation monatelang beschäftigt, dann kann man nur mit dem Kopf schütteln. Und die Christen? Niemals zuvor in der Geschichte der Menschheit erlitten so viele Christen Benachteiligungen und Verfolgung um ihres Glaubens willen wie heute. Das ist manchem nicht so recht bewusst. Auch hier in Deutschland wird sich nicht nur vermutlich, sondern ganz sicher das geistliche Klima ändern. Die Anzahl der gläubigen Christen nimmt seit Jahren ab – allen Erweckungswünschen und -Proklamationen zum Trotz. Dagegen werden die türkischstämmigen, sprich moslemischen Mitbürger in wenigen Jahren mehr als zehn Prozent ausmachen - an manchen Schulen stellen muslimische Kinder bereits heute die Mehrheit. Schon unsere Enkel werden ein ganz anderes Deutschland erleben, das mit dem Land unserer Großeltern nur noch wenig gemein haben wird.

Was nun? Wenn alles immer schlechter wird, jammern wir dann nicht zu Recht? Ist es nicht berechtigt, sich zu fürchten und Angst zu haben vor der Zukunft?

Nein.

Denn unsere Hoffnung beruht auf Christus, dem auch auf Erden alle Macht gegeben ist! Wir müssen uns verabschieden von den Vorstellungen früherer Generationen, deren Maxime stets war, „dass es meine Kinder mal besser haben sollen“.

Es wird nicht besser werden, sondern schwieriger. Jesus hat niemals angekündigt, dass es besser wird. Für die vor uns liegende und sicher kommende Endzeit wird es schon gar nicht besser. „Seht zu“, sagt Jesus – d. h. wir sollen auch nicht wegschauen, die Entwicklung nicht wahr haben wollen oder gar den Kopf in den Sand stecken. Wir sollen hinschauen, aber wir müssen uns nicht bange machen lassen: „erschreckt nicht! Denn es muss geschehen“. All dies „muss geschehen“, weil Gott dies in seinem Plan so vorgesehen hat. Ihm entgleiten die Dinge nicht wie unseren Politikern. Er übersieht auch nicht die Nöte der Menschen oder des Einzelnen, sondern er ist immer Herr des Geschehens, „das Alpha und das Omega“ (Offenbarung. 1,8).

Besonders in den Sendschreiben an die sieben Gemeinden in der Offenbarung des Johannes wird mit Blick auf die schwierige letzte Zeit vor Jesu Wiederkunft ausgeführt, „was der Geist den Gemeinden sagt“ (Offenbarung. 2, 7): Habt keine Furcht, seid treu, haltet fest, prüfet und überwindet.

Nichts was passiert ist zufällig. Der Höchste hat einen Plan. Er läutert seine Gemeinde, damit die Braut Christi zubereitet wird für den Bräutigam. Die Weltgeschichte um uns herum verläuft so wie sie es tut, weil ein Kampf tobt um die Seelen der Menschen: „Warum toben die Nationen und sinnen Eitles die Völkerschaften? Es treten auf Könige der Erde und Fürsten tun sich zusammen gegen den HERRN und  seinen Gesalbten“. (Ps. 2,1-2) All das muss geschehen, so sagt uns das unser Herr.

Aber er führt es so. Jesus ist und bleibt der Herr des Geschehens: „in der Welt habt ihr Bedrängnis; aber seid guten Mutes, ich habe die Welt überwunden“. (Joh. 16,33)

Das ist der Grund warum wir uns nicht zu ängstigen brauchen: weil dem Lamm Gottes alle Macht gegeben ist - im Himmel und auf Erden (Mt. 28,18): „Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis zur Vollendung des Zeitalters.“

(Mt. 28,20)

Wer das glaubt wird erfahren, dass Jesus – auch mit Blick auf die Schrecken der Zeit – echten Frieden gibt, so wie er es verheißen hat: „Meinen Frieden gebe ich euch; nicht wie die Welt gibt, gebe ich euch. Euer Herz werde nicht bestürzt und sei auch nicht furchtsam.“ (Joh. 14,27)

 ►   Axel Schwaiger

  

Außergewöhnliche Hoffnung

 Ohne Hoffnung können wir nicht leben. Wir hoffen, dass wir gesund werden oder bleiben, dass unsere Kinder sich gut entwickeln und unsere Beziehungen stabil bleiben. Wir hoffen auf einen guten Arbeitsplatz, dass uns der Friede erhalten bleibt und das Geld auch im Alter reicht. All dieses und vieles mehr hoffen wir.

 Und zugleich wissen wir, dass alle Hoffnungen dieser Welt brüchig sind. Krankheiten und Arbeitslosigkeit ereilen auch Christen. Selbst die beste Erziehung garantiert keine wohl geratenen Kinder. Geld kann rasch seinen Wert verlieren.

 Wenn das unsere Wirklichkeit ist, gibt es dann eine berechtigte, tragfähige Hoffnung? Eine, die nicht dem Wandel unterworfen ist?

Genau das bietet uns Gott an: die Hoffnung, die er schenkt, bricht nie weg.

 Dafür nenne ich zwei Gründe:

Der erste Grund: Christliche Hoffnung ist verankert bei Gott (Hebr 6,19+20). D.h., sie stammt nicht aus unserer Welt und ist deshalb nicht dem Wandel unterworfen. Alles in dieser Welt ist veränderbar, Gottes Hoffnung nicht. Als außerweltliche, himmlische Hoffnung kann sie weder „beschädigt“ werden noch ihre Kraft verlieren.

Der zweite Grund: Christliche Hoff­nung ist verankert in der Treue Gottes gegenüber seinen Verheißungen (Hebr 10,23). Weil Gott kein Mensch ist und deswegen nicht lügen und betrügen kann, hält er sein Wort. Und er bietet Hoffnung an, die allen Stürmen unseres Lebens standhält.

 Allerdings kommt diese Hoffnung nicht automatisch in unser Leben. Hebräer 6,18 redet davon, dass die Hoffnung dargeboten wird, damit wir sie ergreifen. Dieses Ergreifen geschieht, indem wir Gott beim Wort nehmen und ihm glauben, dass er meint, was er sagt. Je mehr wir das tun, desto fester wird unsere Hoffnung – eine Hoffnung, die nicht zuschanden werden lässt (Röm 5,5). Deswegen sangen Generationen von Christen:

 Keiner wird zuschanden, welcher Gottes harrt; sollt ich sein der erste, der zuschanden ward?

Nein, das ist unmöglich, du getreuer Hort!

Eher fällt der Himmel, eh mich täuscht dein Wort!

 Du hast zugesaget: Wer da bittet, nimmt, wer da sucht, soll finden, was ihm Gott bestimmt; wer im festen Glauben mutig klopfet an, dem wird ohne Zweifel endlich aufgetan.

  Nun, so will ich's wagen, Herr, auf dein Gebot, alle meine Sorgen, eig'n und fremde Not, all mein heimlich Grämen, alles was mich quält, dir ans Herz zu legen, der die Tränen zählt.

 Du bist mein Erbarmer und mein bester Freund, meines Lebens Sonne, die mir lacht und scheint auch in finstern Nächten und durchs Todestal mir hinüberleuchtet zu des Lammes Mahl.

 ►   Hans-Dieter Gramm